Zen-Texte | Sitzt das Hrz am rechten Fleck....

Marion Hötzel

Sitzt das Hrz am rechten Fleck....

„Sitzt das Herz am rechten Fleck ist das „Ja“ zum Leben gefunden, erkennen wir wahre Sinnlichkeit und den darin enthaltenen Sinn des Lebens.“ Das sagte OSHO schon vor 30 Jahren.
Wenn wir bei uns selbst angekommen sind, bewegen wir uns im Alltag wie ganz selbstverständlich. Wir wissen wo wir hingehören und warum wir hier sind. Das wir getragen sind von der Existenz, ganz gleich in welchem Ausmaß. Wir leben ganz einfach, wie ein Fisch im Wasser, eine Biene auf der Blüte, die Kuh auf der Weide. Da gibt es keine großen Fragen mehr, da liegen nur mehr ein Fülle von Antworten. Wir werden nicht mehr nach Leben und Sinnlichkeit streben, sondern leben sinnlich. Alles was wir brauchen ist immer und überall für da, sobald wir gelernt haben in uns zu erkennen wo es liegt.
!In den Gruppengesprächen während des achtsamen Trainingsjahres, ist die Erfahrung von Sinnlichkeit immer wieder ein großes Thema.
Dabei geht es erstmal auch um Scham und Verwirrung. Scham vor dem Gefühl von Sinnlichkeit und Verwirrung darüber, dass Sinnlichkeit wie ein warmer Sommerwind einfach über uns her fällt. Aus Scham wird dann sehr schnell Demut. Demut die uns in das Leben hineinfallen lässt. In der wir erkennen, dass es nichts zu tun gibt. Das wir alles schon haben, alles was wir benötigen ist für uns bereit, liegt auf einem immer gedeckten Tisch.
Das es nicht immer das Essen ist was wir mögen ist ein ganz andre Geschichte. Darum geht es nicht. Sondern nur um das was für uns da ist. Nicht mehr und nicht weniger....
„Leicht muss man sein...Die Frucht des großen „Ja“ ist Leichtigkeit: Leicht sein. Mit leichtem Herz, mit leichten
Händen –halten und nehmen, halten und lassen.“ Hugo von Hofmannsthal. „Der Rosenkavalier“
Sinnlichkeit beginnt dort wo Genuss endet. Nach Sinnlichkeit sehnen wir uns und verwechseln oftmals Sinnlichkeit mit Genuss. Vertreiben uns die Zeit mit genussvollen Ritualen und neigen zu Süchten aller Art. Und da gibt es keine Sucht die nicht den gleichen Ursprung hat. Der Wunsch nach dieser einzigartigen Sinnlichkeit gepaart mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Doch wissen wir nicht mehr, wie wahre Sinnlichkeit sich anfühlt, wie wir sie erfahren können und so folgen wir der Spur der Sehnsucht danach und müssen vieles ausprobieren, immer wieder loslassen und neues finden bis wir dann irgendwann müde geworden, einfach aufgeben und nichts mehr suchen müssen.
!Ankommen in der Sinnlichkeit heißt nichts mehr wollen, nichts mehr wissen. Wir können in unserem äußeren Reichtum schwelgen und uns an ihm laben bis uns der Überdruss befällt und wir vor lauter Langeweile und Unzufriedenheit langsam vergehen.
„So lass mich nur in den Gedanken wühlen, denn von den Leiden und den Genüssen ,
hab längst ich abgestreift das bunte Kleid, das um sie webt die Unbefangenheit und einfach hab ich schon verlernt zu fühlen.“ Hugo von Hofmannsthal. „Der Tod des Tizian"
Erst mit der Hingabe an das Nichts erfahren wir Sinnlichkeit und Sinn in einem einzigen Moment. Eine getrennte Erfahrung ist gar nicht möglich. Wir können nicht Erfahrungen von Sinnlichkeit machen und isoliert davon vom Sinn. Beides geht nur im Doppelpack. In einem Raum der Offenheit und Verletzlichkeit. In einem Raum von Neutralität, von Unpersönlichem. In einem Raum von Kühle und Klarheit.
ZENtrum-Mondsee Schule für Meditation und Achtsamkeit Schlosshof 5 5310 Mondsee
Sinnlichkeit und Sinn ist eine Qualität im Jetzt. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine gänzlich andere, als die Frage ob etwas im Leben Sinn macht. Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat ihre eigene Antwort, die jeder nur in sich selber finden kann.
!Sie ist wahrscheinlich die einzig wirklich wichtige Frage in unserem Leben und führt uns direkt in Sinnlichkeit. In Sensibilität, Schönheit und Anmut. Wir strahlen das große Ja des Lebens aus, wie ein Parfüm der Selbstverständlichkeit.
Wir leben immer häufiger im Augenblick ohne den Kontakt in das Ganze zu verlieren. Ganz im Gegenteil sind wir Teil davon und werden uns dessen immer bewusster. Unsere Wahrnehmung verfeinert sich und wir sind mit unseren Sinnen im Ursprünglichsten verbunden. Wir sehen, hören, schmecken, fühlen, riechen, nehmen wahr und bewegen uns in unserem Leben immer mehr wie ein Fisch im Wasser, der sich sicher niemals fragt ob er Wasser braucht um ein Fisch zu sein. Wir sind einfach Was wir sind. Menschen im Hier und Jetzt.
In diesem Sinne sollte uns nichts und niemand das Schwimmen verderben auch wenn wir manchmal mit hohem Wellengang zu kämpfen haben und uns auch in trüben Gewässern zu recht finden müssen. Es mal kühler und mal wärmer ist, ist es auf jeden Fall unser Leben..
Sinn können wir uns selbst verleihen, Sinn auch unseren Handlungen geben, sinnig so manches von uns geben, doch der eigentlich Sinn besteht darin „sinnlich zu werden“.
„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben – aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu
geben imstande sind.“ Hermann Hesse


Quelle: ZENtrum-Mondsee

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