Zen-Texte | ZEN - oder die Zukunft liegt im Ring der Kraft des Bewusstseins

Satyam S. Kathrein

ZEN - oder die Zukunft liegt im Ring der Kraft des Bewusstseins

Wahre ZEN-Meister, also keine ZEN-Lehrer die man in unseren Gefilden vielfach trifft, verlangen von den Schülern authentisches Sein. Sobald die Persona-Maske, das Ego, der Verstand, sich Oberhand erschleicht, gibt es einen Schlag mit dem ZEN-Stock. Er trifft genau in dem Augenblick, in dem der Gedankenapparat anfängt, das komplette System zurückzuerobern.

Mit dem Schmerz wird der Unaufmerksame deftig ins Hier und Jetzt, in sein Bewusstsein zurückgeholt. Ab dem Moment, in dem der Schüler das Bewusstsein dann fortwährend halten kann, umarmt ihn der Meister mit unendlicher Liebe, um ihn zu beglückwünschen.

Die Bewusstseinsschule erleichtert den Prozess des Erwachens ungemein. Auch als kurzzeitiger Gast kann man für die Bewältigung der Lebensthemen jede Menge Inspiration und Übungen für den Alltag mitnehmen. Die Sichtweise vom Leben auf der Erde ändert sich mit der Wissenserweiterung kolossal.
Die Schule von morgen lehrt die Werte und den Umgang für das gemeinschaftliche Miteinander, das in der Zukunft auf unserem Planeten selbstverständlich sein wird. In der Egolosigkeit liegt dabei der Schlüssel und quasi als Nebenprodukt führt diese Entwicklung ins Erwachen.

Man wird sich der Realität bewusst und begreift sofort, dass dieser Einblick die Wahrheit bedeutet. Es ist der rote Bewusstseinsfaden, der in allen Vorleben bis hin zur Buddha-Natur als Wegweiser leuchtet. Und doch verlangt der Eintritt in den Raum des Bewusstseins, aktiv in das Unbekannte aufzubrechen. Niemand hat vorher diesen persönlichen, individuellen Ort betreten.

Für jedes große Abenteuer bekommt man irgendeinen Schatz, dies ist das größtmögliche Abenteuer und natürlich auch mit Risiken behaftet. Vor allem das Tal der Angst sei hier benannt. Doch die Herausforderung erweckt neue Kräfte, mit denen man der Oberflächlichkeit begegnet. Wer seine eigenen Tiefen ergründen möchte, wird das Nichtsagende meiden. Alle Bewusstseinswerkzeuge werden jetzt benötigt. So bepackt macht man sich auf den weiteren Weg. Man traut sich in das Unbekannte und riskiert alles weil man mit nichts weniger zufrieden ist als mit der Buddha-Natur. Auch wenn das Schlimmste erwartet wird, der Untergang droht, man trotzt den tosenden Wogen.

Keine Sorge also, die Mutigen, die in allen Ecken gesucht haben, finden die entscheidenden Schleusentore zum goldenen Gral. Die spirituelle Suche hat ein Ende.

Das Neue in der heutigen Zeit ist die Tatsache, dass sich sogar in der Arbeit der Meister eine Veränderung vollzieht. Waren bisher alle Meister durch die Jahrhunderte hinweg einzig und allein darauf bedacht, ihren Erleuchtungsweg zu verkünden und die Zahl der Schüler in der eigenen Sangha zu halten, kommt nun etwas völlig Neues zum Tragen: Hand in Hand, im Kreis der Meister dürfen die Seelen nun erwachen!

Die alte Hierarchie existiert nicht mehr: Nicht nur, dass der Erwachte mit den Suchenden im Bewusstseinskreis sitzt, die Meister des neuen Kalibers sitzen sogar mit ihren Kollegen und deren Tranformationsanwärtern in der großen Runde der Evolutionshüter. Und das ist gut so, denn all die Menschen, die ihre Lebensthemen samt Ego erlösen, werden nur allzu bald die höchste Bewusstseinsetage erreichen, sich auf der Meisterebene wieder finden!

In unserer Zeitschiene des Jetzt wurden viele Seelen hineingeboren, die kurz vor dem Endziel der Erleuchtung den Fuß auf die Erde gesetzt haben. Lediglich die nötigen Informationen und Transformationswerkzeuge fehlten bislang.

Fast hätten wir es trotzdem vermasselt und die Zeit nicht richtig genutzt, sind doch in den vergangenen Jahren dermaßen viele spirituelle Suchende in ihren Sackgassen stecken geblieben, dem Absturz, der Resignation und der Depression nahe. Die etlichen Pseudomeister und Verführungskünstler auf geistiger und materieller Ebene trugen ebenfalls, und das wohlweislich, zu diesem Desaster bei. Die spirituelle Eso-, Psycho-, Therapie-, Heil- und Wellnessszene ist bekanntlich voll von Scheinheiligen.

Eines ist dabei absolut wichtig: Wir alle tragen die Verantwortung für unsere eigene Transformationsarbeit und auch dafür, unstimmiges Verhalten im Sinne des neuen Paradigmas, wo immer dies geschieht, aufzudecken und entweder an dessen Veränderung mitzuarbeiten oder aber Fehlverhalten laut und deutlich anzuprangern!

Wer sich abwendet und meint, das gehe ihn nichts an, unterstützt automatisch die eigene Verblendung und vor allem aber die Verhinderung der wichtigen Lebensthemenerlösung beim unbewussten Austeiler. Damit wird das ehemalige Opfer immer wieder zum Täter!

Auf der Buddha-Ebene angelangt, steht man im direkten Draht mit der göttlichen Eingebung. Jeder Meister wird zu Überbringer, ist ein Sprachrohr der Existenz. Es kann nicht anders sein. Die zur Meisterebene Aufgestiegenen lehren alle dasselbe. Jeder Erleuchtete ist im Innersten gleich den anderen Erwachten. Es existiert nur eine Wahrheit, es ist immer dieselbe Message. Die Ausdrucksweisen unterscheiden sich, die Sprachen sind unterschiedlich, aber der eigentliche Kern der Aussage ist ewig derselbe.

Freuen wir uns also auf ein neues Miteinander im Kraftring der Buddhas, beteiligen wir uns an einer wunderbaren Welle voll Veränderung!


Quelle: Leben wie ein Buddha - Vom alltäglichen Umgang mit dem Erleuchtunsweg

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