Zen-Texte | Shôbôgenzô Zuimonki, V 9

Dogen

Shôbôgenzô Zuimonki, V 9

Beim Erlernen des Weges müsst ihr das Ich hinter euch lassen. Habt ihr auch tausend Sutren oder zehntausend Kommentare studiert, euch selbst aber nicht von der Verhaftung an das Ich befreit, so werdet ihr schließlich in die Dämonenhölle abstürzen.
Ein alter Meister sagte: "Wie kannst du ohne Geist und Körper des Buddha-Dharma ein Buddha oder Weg-Erwachter werden??
Vom eigenen Ich Abstand nehmen bedeutet, Körper und Geist in das große Meer des Buddha-Dharma werfen, dem Buddha-Dharma nachfolgen und es üben, ohne auf Mühsal und Not zu achten.
Bettelt ihr um Speise, so könntet ihr glauben, dass die Leute schlecht von euch denken. Solange ihr das glaubt, werdet ihr das Buddha-Dharma niemals betreten. Vergesst das gesamte weltliche Denken und übt einfach den Weg, nur der Wahrheit gemäß.
Schätzt ihr euch selbst gering und haltet euch für unfähig zur Übung des Weges, so beruht auch das auf der Ich-Verhaftung. Sich mit den Ansichten anderer zu befassen und sich um das Denken der übrigen Menschen zu bekümmern, ist die Wurzel der Verhaftung an das Ich. Befasst euch nur mit dem Buddha-Dharma und folgt nicht dem Denken der Welt.


Quelle: Barbara Knab (Übers.), Shôbôgenzô Zuimonki, Werner Kristkeitz Verlag 1997

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Shobogenzo Zuimonki
von Dogen Zenji
Shobogenzo Zuimonki   

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