Zen-Texte | Tao-Te-King, K. 20

Lao Tse

Tao-Te-King, K. 20

Wer das Lernen aufgibt, hat keinen Kummer.

Das zögernde ?Ja? und das bereitwillige ?Ja?,
ist da ein Unterschied?
Doch Gut und Böse,
ist da kein Unterschied?

Was andere ehren, das soll auch ich ehren.
Welch ein Unsinn!
Ach, welche Verwirrung in dieser Welt,
und ohne Ende!

Die Menschen sind alle so vergnügt
wie beim Feiern großer Feste,
wie beim Besteigen der Terrassen im Frühling.

Ich allein bleibe still und unbewegt wie ein Säugling, der noch nicht lacht;
ungebunden, unabhängig.

Die Masse der Menschen hat Überfluss,
nur ich allein scheine nichts zu besitzen.
Mein Herz ist das eines Narren,
nebelhaft, undurchschaubar.

Gewöhnliche Menschen sind hell und klar,
nur ich bin trüb und dunkel.
Gewöhnliche Menschen sind klug und schlau,
nur ich bin dumm und einfältig.
Ich treibe dahin wie das Meer, ohne Richtung wie der rastlose Wind.

Die Menschen haben alle ein Ziel,
nur ich bin ein unnützer Tölpel.

Ich allein bin anders als die andern, aber
ich ehre die nährende Mutter.


Quelle: W. Kopp, Tao-Te-King, Schirner Verlag

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