Zen-Texte | Fenggan

Hanshan

Fenggan

Wie viele Myriaden Kreisläufe habe ich wohl durchlaufen,
Seit ich einst hier zu Tiantai kam?
Mein Körper ist wie Wolken und Wasser
Zu endlosem Kommen und Gehen bestimmt.
Wandernd in Muße, mit vollkommener Gelassenheit,
In Frieden mit der Welt - erhaben ist der Buddha-Weg.
Der Welt Geschäfte führn deinen Sinn auf Irrwege -
Wie tief verstrickt sind alle Lebewesen in Sinnliche Begierde!
Gluck-Gluck! versinken sie im Ozean der Ausschweifung,
Haltlos getrieben, kreisen sie durch die Drei Welten.
O welch ein Jammer, dass ihr eines Wahres Wesen
Seit undenklicher Zeit vom Wahn begraben liegt!
Plötzliches Gleißen eines Blitzstrahls lässt erkennen:
Leben und Tod sind nichts als wirbelnder Staub.
Manchmal macht sich Hanshan auf und kommt mich besuchen,
Und auch Shide der kommt und geht, wie`s ihm gefällt.
Erörtern wir den Menschengeist, dann sprechen wir vom hellen Mond,
Der Weltenraum - offene Weite ohne Hindernis.
Die Dharma-Welt hat keine Grenzen,
Allüberall herrscht das Eine Gesetz.


Quelle: Stephan Schuhmacher, Gedichte vom Kalten Berg, Arbor Verlag 2001

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Gedichte vom Kalten Berg   

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